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Yoga und Nacktbaden in der Ostschweiz

Nacktbaden oder nicht? Das war hier die Frage. Landerziehungsheim Glarisegg, 1903 / Foto: Reproduktion, Staatsarchiv St. Gallen

Nacktbaden oder nicht? Das war hier die Frage. Landerziehungsheim Glarisegg, 1903 / Foto: Reproduktion, Staatsarchiv St. Gallen

Um 1900 machen sich die Schattenseiten des industriellen Fortschritts bemerkbar: Wohnungsnot, mangelnde Hygiene, ungesunde Ernährung und tödliche Krankheiten gehören zu den drängendsten Problemen. Abhilfe sollen radikale Veränderungen schaffen, wie Historikerin und Autorin Iris Blum am Museumshäppli vom Donnerstag, 30. März 2023 im Schloss Frauenfeld illustriert.

«Ja, wir werden immer elender», seufzt der deutsche Mediziner und Naturarzt Heinrich Lahmann (1860–1905). Er sowie viele weitere Lebensreformerinnen und -reformer sehen die Zivilisation durch die Folgen der Industrialisierung und Modernisierung bedroht. Sie alle sind überzeugt, dass nur ein Zurück zur Natur und ein neues Körperbewusstsein die Gesellschaft retten kann.

Alternative Heilmethoden

In der Ostschweiz fällt die neue Lebensreformbewegung auf fruchtbaren Boden. Naturheilkundler, Vegetarierinnen, Reformpädagogen und Tänzerinnen suchen Heil und Heilung mittels Licht, Luft, Sonne, Diät und Bewegung. Kuranstalten werben für neue Therapien, Naturheilvereine propagieren Luft- und Sonnenbäder. Vegetarische Gaststätten servieren fleischlose Menüs und alkoholfreie Getränke. Reformkleider werden entworfen, Frauen bilden sich zu Gymnastiklehrerinnen aus und Männer gründen Landerziehungsheime.

Am Kurvortrag über Mittag zeichnet Iris Blum die bunte Vielfalt dieser neuen Lebensströmung nach, die sie in ihrem Buch «Monte Verità am Säntis» analysiert und die bis ins 21. Jahrhundert nachwirkt. Die Veranstaltung findet um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld statt. Die Anmeldung folgt über www.historisches-museum.tg.ch 

tg.ch

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