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Was hat ein Bier mit einem Stinktier zu tun?

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Montagsbierwissen am Mittwoch

Bier soll mal kühl und dunkel lagern und mit Kühl meine ich nicht 15Grad, sondern Kühlschrank Temperatur.

Wärme mag ein Bier nicht, weil eine Nachgärung passieren kann, dabei entstehen wieder Alkohol, Restzucker und CO2. Mehr Alkohol und Restzucker wären nicht so schlimm aber CO2 braucht Platz und so kann es passieren, dass das Bier beim Öffnen, frisch fröhlich als Geysir aus der Flasche sprudelt.

Weniger gut für den Gerstensaft ist Sonnenlicht, bzw. genauer gesagt die UV-Strahlen der Sonne. Leider lässt Glas die UV-Strahlen und Blaulicht durch. Braune Flaschen schützen besser als grüne und viel besser als durchsichtige.

Wir Menschen können uns mit Sonnencreme und Hüten schützen, auf einem Bier macht sich Sonnencreme weniger gut.

Was passiert nun aber, wenn das Sonnenlicht auf Bier trifft? Es löst in Hopfenkomponenten eine chemische Reaktion aus. Isohumulone oder Isoalphasäuren lassen sich von der Sonne stimulieren und verbinden sich mit Aminosäuren (man könnte sagen, sie feiern eine Party, spannen anderen Komponenten die Elektronen aus und niemand räumt das Chaos nachher auf).

Das Resultat dieses molekulären Chaos ist, ein 3-MBT Komplex, welcher nach Sulfur riecht.

Auf Deutsch heisst das dann LICHTGESCHMACK. Auf Englisch ist es akkurater ausgedrückt: Skunk, sprich Stinktier.

Diese Reaktion kann übrigens sehr schnell gehen. Da in der Schweiz viele grosse Brauereien grüne Flaschen haben, sind sich die Konsumenten an diesen Geruch gewöhnt und er wird von vielen gar nicht als Fehlaroma wahrgenommen.

Eine berühmte Brauerei, die Nichts mit einer Pandemie zu tun hat, benutzt klare Flaschen. Da sie sich der Problematik bewusst ist, hat sie sich dazu auch gleich die Lösung überlegt: Limettenscheibe. Limettensaft neutralisiert den Lichtgeschmack und es gibt ein Ferienfeeling, wenn man Bier durch einen Limettenschnitz schlürft.

Am besten trinkt man Bier also frisch gezapft im Schatten oder frisch aus der Dose oder braunen Flasche eingeschenkt, ebenfalls im Schatten.

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Karin Patton ist eigentlich Anästhesie Pflegefachfrau, hat aber im Herbst  2014 mit ihrem Mann die Thurgauer Barfuss Brauerei gegründet und widmet sich seither mit viel Leidenschaft und Begeisterung dem Thema Bier. Die Biersommeliere liebt v.a. spezielle Foodpairings und spannende, historische Geschichten rund ums Bier und seine Herstellung.

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