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Schulzimmer statt Eheversprechen

Fräulein Aline Brauchli war Lehrerin mit Leib und Seele. lehrerin kanton thurgau WYFELDER – lokal informiert

Fräulein Aline Brauchli war Lehrerin mit Leib und Seele.

Als eine der ersten Pädagoginnen im Thurgau erteilt Aline Brauchli (1900–1992) Unterricht im Schulhaus Mühlebach im Oberthurgau. Für diesen Berufswunsch akzeptiert sie Lohneinbussen und Benachteiligungen. Der Arbeitsalltag der passionierten Lehrerin sowie die Diskriminierung, der sie aufgrund ihrer Berufswahl ausgesetzt ist, sind Thema am Museumshäppli vom Donnerstag, 25. Januar 2024, im Schloss Frauenfeld mit Frauke Dammert, Historikerin und Leiterin des Schulmuseums in Amriswil.

Am 15. Juli 1900 kommt Aline Brauchli in Wängi zur Welt. Ihr Vater ist der spätere Seminar-Übungsschullehrer Jakob Brauchli (1869–1929). Ab 1910 lebt Aline Brauchli in Kreuzlingen, besucht dort das Lehrerseminar und tritt 1920 ihre erste Stelle in Neuwilen an. Noch im selben Jahr wechselt sie nach Mühlebach, wo sie bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin in Vollzeit arbeitet.

Diskriminierung mit System

Als Frau im Lehrerberuf hat Aline Brauchli Ungleichbehandlung in Kauf zu nehmen – kein Thurgauer Kuriosum oder ein Einzelfall, sondern eine praktizierte Wirklichkeit in vielen Kantonen der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland. Zudem ist sie ihren männlichen Kollegen gegenüber schlechter gestellt: Sie darf nicht heiraten, verdient weniger und muss einfachste Wohnverhältnisse in einem alten Schulhaus akzeptieren.

Am Kurzvortrag über Mittag skizziert Frauke Dammert anhand der Biografie von Fräulein Aline Brauchli das Arbeits- und Lebensumfeld einer frühen Pädagogin im Thurgau. Sie verrät, welches sportliche Talent die leidenschaftliche Lehrerin hatte und weshalb sie aller Widrigkeiten zum Trotz wieder den gleichen Beruf gewählt hätte.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 25. Januar 2024, um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld statt, der Eintritt ist frei. Die Anmeldung erfolgt über die Museumswebsite www.historisches-museum.tg.ch

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1 Kommentar zu „Schulzimmer statt Eheversprechen“

  1. Ich war 1962 in der ersten Klasse und hatte drei Jahre lang eine Lehrerin – Frl. Toney – übrigens vis à vis vom Thomas Bornhauser Schulhaus. Dann hatte ich 1 Jahr lang im Pestalozzi Schulhaus einen Lehrer (Hr. Alig, der eine Stelle im Bündnerland erhielt). Zwischendurch hatte ich 6 Wochen lang eine Aushilfslehrerin und dann Frl. Schretter als Lehrerin bis Ende 6. Schulklasse mit einem Wechsel in’s Paul Reinhart Schulhaus nach dessen Fertigstellung.

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