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Morgen beginnt die Schule

Der Schulweg ist für Kinder jeden Tag ein neues Abenteuer, birgt aber auch Gefahren. Insgesamt verunfallen im Strassenverkehr in einem durchschnittlichen Jahr 950 Kinder, die zu Fuss, mit dem Velo oder Trottinett unterwegs sind, sieben sterben. Um Unfälle zu verhindern, sind primär die Erwachsenen gefordert. Denn Kinder verhalten sich aufgrund ihrer Entwicklung im Strassenverkehr «überraschend». Daran erinnern die BFU und ihre Partner zum Schulbeginn mit einer nationalen Kampagne.

Schulanfang – das bedeutet für Tausende Kinder in der Schweiz einen weiteren Schritt zu mehr Selbstständigkeit. Auf dem Schulweg erlernen Kinder das sichere Verhalten im Strassenverkehr und sammeln wertvolle Erfahrungen fürs Leben. Die Kehrseite: Pro Jahr verunfallen 950 Kinder bis 14 Jahre im Schweizer Strassenverkehr, die zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett unterwegs sind, 190 davon schwer. Sieben werden getötet. 40 % der Unfälle passieren auf dem Schulweg.

Deshalb überraschen Kinder zu Fuss
Jüngere Kinder (5 bis 9 Jahre) verunfallen vor allem zu Fuss oder mit dem Trottinett beim Queren der Strasse. «Sie sind verspielt und lassen sich leicht ablenken, nehmen Gefahren weniger bewusst wahr als Erwachsene und handeln überraschend», erklärt Andrea Uhr, Verkehrspsychologin bei der BFU. «Sie tun dies nicht mit Absicht, sondern weil sie entwicklungsbedingt noch nicht die gleichen Fähig- keiten haben wie Erwachsene. So fällt es Kindern unter 10 Jahren beispielsweise schwer, die Ge- schwindigkeit von Fahrzeugen richtig einzuschätzen», so Uhr weiter. Weil sie klein sind, können sie nicht über parkierte Autos hinwegsehen und werden auch von anderen Verkehrsteilnehmenden schlechter gesehen.

Um Unfälle mit Kindern zu verhindern, sind primär Erwachsene gefordert: Indem sie als gute Vorbilder unterwegs sind und den Kleinen beibringen, wie diese sich im Verkehr sicher verhalten. Und indem sie beim Auto-, Motorrad- oder Velofahren besonders auf Kinder achten und ihr Tempo drosseln.

Deshalb überraschen Kinder auf dem Velo
Ab einem Alter von 12 Jahren verletzen sich mehr Kinder auf dem Velo als zu Fuss. Bei zwei von drei Velounfällen handelt es sich um Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmenden; meist bei Kreuzungen oder Einmündungen. In mehr als der Hälfte der Fälle verursacht das Kind den Zusammenstoss.

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit sind bei Kindern noch nicht ganz ausgereift und die Bewegungsabläufe auf dem Velo noch nicht automatisiert. Zudem ist man auf dem Velo schneller unterwegs als zu Fuss. «Es ist für Kinder schwierig, auf dem Velo die Gefahren rechtzeitig zu erfassen und auch noch richtig darauf zu reagieren», so Andrea Uhr. «Die Eltern sollten mit ihren Kindern deshalb viel üben, zunächst abseits der Strasse, dann auf wenig befahrenen Quartierstrassen und schliesslich im anspruchsvolleren Strassenverkehr.»

Nationale Schulwegkampagne erneut gestartet
Die laufende Kampagne ist in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt worden – immer auf Basis von Zwischenevaluationen und Unfallanalysen der BFU. Berücksichtigt werden sowohl entwicklungspsychologische Faktoren von Kindern als auch deren unterschiedliche Fortbewegungsmittel. In Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Fonds für Verkehrssicherheit FVS lanciert die BFU zum Schulstart eine neue Kommunikationswelle auf verschiedenen Kanälen. So hängen erneut die beliebten Plakatsujets mit Kindern auf Sprungfedern auf den BFU-Plakatstellen in den Gemeinden aus. Auch mit Radiospots, Videos sowie auf der Website doppelt-aufpassen.ch werden Verkehrsteilnehmende daran erinnert, bei Kindern im Strassenverkehr mit allem zu rechnen.

Tipps für Verkehrsteilnehmende, wenn das Kind zu Fuss unterwegs ist

  • Bei Kindern mit allem rechnen
  • Tempo reduzieren
  • Bremsbereit sein
  • Beim Fussgängerstreifen ganz anhalten
  • In der Nähe von Schulen ist besondere Vorsicht geboten
  • Tipps für Verkehrsteilnehmende, wenn das Kind mit dem Velo unterwegs ist
  • Zu Kindern auf dem Velo mindestens 1,5 m Abstand halten
  • Bei Kreuzungen, Einmündungen und Kreiseln besonders vorsichtig sein – auch bei eigenem Vortritt
  • Auf Velos auf dem Trottoir achten (neu ist das Fahren darauf bis 12 Jahre erlaubt, sofern kein Radweg/Radstreifen vorhanden ist)
  • Genau hinschauen: Kinder werden auf dem Velo leicht übersehen
  • Mit allem rechnen – auch bei Jugendlichen auf dem Velo

Quelle: bfu.ch
Foto: pixabay

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