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Junge Männer machen es öfter

Achtlos weggeworfen, auch wenn der Kübel in unmittelbarer Nähe steht. Man beobachtet es und agiert nicht, Littering in Weinfelden ist allgegenwärtig. Das direkte Ansprechen der Verursacher hätte wohl die grösste Wirkung, um dem Problem entgegenzuwirken!

Wer littert und warum?

Der Prototyp des Litterers ist ein junger Mann. Studien, sei es aus der Schweiz oder aus dem europäischen Ausland, zeigen, dass junge Menschen mehr littern als ältere, und Männer mehr als Frauen.

Sechs Gründe lassen sich aufgrund von Forschungsergebnissen fürs Littern anführen:
Grund 1: Bequemlichkeit und eine gewisse Verantwortungslosigkeit – ich mag den Müll nicht mitnehmen und es ist mir auch egal, was damit passiert.
Grund 2: Achtlosigkeit – ich vergesse es schlicht, den Abfall mitzunehmen, weil es mir nicht wichtig ist.
Grund 3: Gruppendruck – weil die anderen es auch tun, mache ich es auch.
Grund 4: Alkohol – Alkoholkonsum enthemmt und macht mich auch beim Littern rücksichtsloser.
Grund 5: Es liegt an einem Ort schon so viel Abfall, da fällt meiner gar nicht mehr ins Gewicht.
Grund 6: Der Abfall wird ja eh weggeräumt – da kann ich ja auch meinen hier liegen lassen.

(Quelle: Ralph Hansmann, Umweltpsychologe, ETH Zürich)

Ihre Meinung
Das Warum ist vom Umweltpsychologen dargestellt worden. Woran liegt es, dass Abfall achtlos liegengelassen oder weggeworfen wird? Was meinen Sie? Melden Sie sich per E-Mail oder via Facebook und WhatsApp bei uns.

Die Redaktion des WYFELDER erreicht in den letzten Wochen immer wieder Bilder zum achtlosen Liegenlassen von Verpackungen und Essensresten. Hier beim «Gasthaus zum Trauben» wo täglich rund ums Haus Abfall gesammelt und entsorgt werden muss.

Tools und Berichte
Die Littering-Toolbox sammelt Beispiele von bereits realisierten Massnahmen gegen Littering und macht diese für alle Interessierten frei zugänglich. Ausführlich zu diesem Thema berichtet SRF Schweizer Radio und Fernsehen im August 2021. Der WYFELDER berichtet bereits letzte Woche über die Bücherentsorgung beim «Offenen Bücherschrank».

Ursachen von Littering
Die Ursachen für Littering sind vielfältig. Der öffentliche Raum, aber auch die freie Natur, wird zum mobilen Raum. Viele Aktivitäten verlagern sich aus dem privaten Bereich in die Öffentlichkeit, wie beispielsweise am Mittag das Picknick auf der Parkbank oder am Abend das gemütliche Beisammensein am Seeufer.

Ein weiterer Grund findet man in der geringen sozialen Kontrolle im öffentlichen Raum, das heisst, Anonymität erhöht die Wahrscheinlichkeit des Litterings. Ein Phänomen, das durch Gruppeneffekte verstärkt werden kann. Die persönliche Werthaltung trägt wesentlich zum Littering bei. Dinge, die einen Wert haben, werden nicht zurückgelassen und Orte, zu denen ein eine persönliche Verbindung besteht, werden weniger verschmutzt.

Es wird auch nicht überall und zu jeder Zeit gleich viel gelittert. An lauen Sommernächten in Erholungszonen wird mehr gelittert als an Plätzen mit Durchgangscharakter. Kurz: Die Ursache liegt im Verhalten des Menschen.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Litterings lassen sich in drei Kategorien aufteilen: ästhetische, ökologische und ökonomische Auswirkungen.

Ästhetische Auswirkungen: Sauberkeit ist ein wesentlicher Bestandteil und wichtiger Aspekt für die Lebensqualität der Bevölkerung und das Image einer Stadt oder eines anderen öffentlichen Raumes. Littering ist eine optische Belästigung und beeinträchtigt somit die Qualität eines Lebensraumes.

Ökologische Auswirkungen: Gelitterte Materialien lassen sich nicht in Stoffkreisläufe zurückführen und werden somit der Wiederverwertung entzogen. Es müssen neue Ressourcen mit all den damit einhergehenden Umweltauswirkungen gewonnen und verarbeitet werden. Littering ist ebenfalls eine Gefährdung für Tiere und Pflanzen.

Ökonomische Auswirkungen: Littering ist teuer. Die Reinigungskosten belaufen sich jährlich auf ca. CHF 200 Millionen, 75%im öffentlichen Raum. Zusätzlich fallen hohe Kosten für Präventionsmassnahmen und Aufklärungskampagnen an. Im erweiterten Sinne gibt es auch sozioökonomische Schäden zum Beispiel für den Tourismus.

Quelle: bafu.admin.ch

Abfall beim Rössli-Felsen-Platz

Foto: ZVG

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