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Floorball Thurgau macht die Sensation perfekt und steht im Halbfinal

Eero Kuutsa avancierte zum Matchwinner mit einem Tor und einem Assist in der Schlussphase des Spiels

Floorball Thurgau begeistert weiter und bezwingt im 5 Playoffviertelfinalspiel den HC Rychenberg nach Verlängerung mit 5:4 (2:2;0:0;2:2;1:0) Toren. Damit stehen die Thurgauer, die zum ersten Mal die Playoffs bestreiten in der nächsten Serie, wo ein weiteres Kaliber warten wird. Dem Team ist es mit begeisterndem Unihockey gelungen dem grossen Favoriten Winterthur den Schneid abzukaufen. Dieser agierte über weite Strecken ideen- und konzeptlos, da half auch der Trainerwechsel während der Serie nicht weiter.

Auch in der AXA Arena präsentierte sich der HC Rychenberg äusserst vorsichtig, so dass es ihnen in Spiel 5 zum ersten Mal nach Spielbeginn gelang in Führung zu gehen. Die Thurgauer hatten mit Valte Karvonen einen eiskalten Skorer in den Reihen, der sich auch nicht davon abbringen liess, das sein erster Treffer aberkannt wurde. Er glich die Winterthurer Führungen jeweils nach kurzer Zeit aus. Es sollte das letzte Mal in dieser Serie sein, dass die Eulachstädter in Front lagen, aber dazwischen lag noch eine Menge Arbeit für die jungen Wilden aus dem Osten.

Das Mitteldrittel wurde ziemlich zäh. Die Winterthurer griffen zunehmen zu unfaireren Mitteln. Einige Checks in den Rücken wurden den Referees nicht geahndet. Ob sie schlicht nicht auf der Höhe der Aufgabe waren oder ob ihnen im Hexenkessel AXA Arena der Mut zum Durchgreifen fehlte, liess sich an diesem Abend nicht beurteilen. Die Winterthurer konnten ihrerseits eine Überzahl im Mitteldrittel nicht nutzen. Viele Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten blieben folgenlos und führen zum zweiten torlosen Drittel in dieser Serie. Im letzten Drittel gelang es Ramon Zenger zum ersten Mal die Violas in Führung zu schiessen. Die Euphorie in der Mostkurve stieg sprunghaft an. In dieser Phase griffen die Winterthurer mit dem Mut der Verzweiflung an. Welle über Welle rollte in Richtung Tor von Jan Lemke, welcher einen sehr guten Abend einzog und die Chancen allesamt zu nichtemachte. In der 56. Minute fiel er dann doch noch der Ausgleichstreffer, so dass das Spiel von vorne beginnen konnte. Als bereits die grosse Mehrheit der Halle an eine Verlängerung glaubte, bediente Wiedmer seinen Verteidigerkollegen Kuutsa, welcher zum vielumjubelten vermeintlichen Siegtreffer 25 Sekunden vor Schluss einnetzte. Genau, denn der Topscorer der Gelbschwarzen wollte noch nicht in die Ferien und glich seinerseits das Spiel 15 Sekunden vor Schluss wieder aus. 

In der Verlängerung beanspruchten die Thurgauer das Glück der Tüchtigen: die Torumrahmung rettete für den bereits geschlagenen Torhüter, so dass das Spiel nochmals fortgesetzt wurde. Den Schlusspunkt setzte Yannic Fitzi mit einem schnellen Sprint an der alternden Winterthurer Hintermannschaft vorbei. Der Backhandschuss in der nahen Torecke war für den Ersatzkeeper der Einheimischen unhaltbar. Mit diesem Treffer schoss er seine Farben und die zahlreichen mitgereisten Zuschauer in helles Entzücken.

Floorball Thurgau hat diese Serie dominiert und Winterthur mit den eigenen Mitteln geschlagen. Der Qualisieger hatte vor den Playoffs nur drei Niederlagen aufzuweisen und Rekordwerte in der Tordifferenz. Die Thurgauer brachten mit ihrem schnörkellosen Spiel das Spielkonzept der Zürcher Konzept komplett durcheinander und lösten grosse Unsicherheiten im Team aus. Selbst gestandene Nationalspieler konnten nicht mehr auf ihr gewohntes Rendement zurückgreifen. Einzig der abtretende Nilsson, welcher wie eine schnelle Katze immer wieder vor dem Thurgauer Tor auftauchte, konnte die Erwartungen erfüllen. Während die Winterthurer nun genügend Zeit haben einen neuen Übungsleiterzu suchen, geht für die Mostinder die Reise in den Halbfinals weiter. Aller Voraussicht nach wartet mit dem SV Wiler Ersigen der nächste Brocken, der den Thurgauern vorgesetzt wird. Zuerst erhalten die Thurgauer nun zwei Wochen Pause, in denen die entstandenen Blessuren der letzten Partien verheilen können, ehe es dann am Ostersamstag wieder ernst gilt. Die Halbfinalserie wird nochmals deutlich intensiver, da die maximal sieben Partien in 15 Tagen gespielt sein müssen. Der Erfolgshunger der jungen Thurgauer ist noch lange nicht gestillt, Coach Jukka Ruoatsalainen wird sich etwas einfallen lassen, damit das Team noch eine Schippe drauflegen kann. Er meint zum vergangenen Spiel:» Das war heute eine riesige emotionale Achterbahnfahrt. Unsere Spieler haben ihren Charakter und ihre mentale Stärke bewiesen. Wir haben in keiner Situation aufgegeben und immer wieder zurück ins Spiel gefunden. Vor allem die letzten beiden Spiele waren sehr ausgeglichen, und da war unsere Torhüterleistung sehr gut, was uns auch in den Momenten geholfen hat, als der HCR das Momentum hatte.

Wenn wir die ganze Serie betrachten, haben unsere Spielerinnen eine tolle Arbeit geleistet, wie sie sich auf diese Spiele vorbereitet haben. Wir konnten uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln und unsere Arbeitsmoral war während des gesamten Prozesses gut. Jetzt ruhen wir uns ein paar Tage aus und konzentrieren uns danach voll auf das Halbfinale. Nochmals vielen Dank an unsere Fans, mit dieser Art von Unterstützung fühlt sich jedes Spiel wie ein Heimspiel an.»

HC Rychenberg Winterthur – Floorball Thurgau 4:5 n.V. (2:2, 0:0, 2:2, 0:1)
AXA Arena, Winterthur. 1950 Zuschauer. SR Bühler/Bühler.
Tore: 12. S. Ott (N. Rutz) 1:0. 13. V. Karvonen (Y. Fitzi) 1:1. 17. M. Lindgjerdet (J. Larsson) 2:1. 17. V. Karvonen(J. Graf) 2:2. 45. R. Zenger (O. Wiedmer) 2:3. 56. N. Püntener (J. Larsson) 3:3. 60. E. Kuutsa (F. Fehr) 3:4. 60. C. Mutter (J. Larsson) 4:4. 63. Y. Fitzi (E. Kuutsa) 4:5.
Strafen: keine Strafen. 2mal 2 Minuten gegen Floorball Thurgau.

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