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„Bücher-Dates“ vernetzen Lesende aus der ganzen Schweiz

Luzia Stettler, ehemalige SRF-Literaturredaktorin, organisiert die sogenannten «Bücher-Dates». Hier können sich Interessierte online über ausgewählte Bücher austauschen.

Luzia Stettler, ehemalige SRF-Literaturredaktorin, organisiert die sogenannten «Bücher-Dates». Hier können sich Interessierte online über ausgewählte Bücher austauschen.

Gute Bücher halten uns einen Spiegel vor, laden ein zu Reisen im Kopf und wühlen uns zuweilen emotional auch auf. Umso schöner also, wenn man seine Eindrücke spontan mit anderen teilen kann: Die Kantonsbibliothek Thurgau, die Regionalbibliothek Weinfelden und die Schul- und Gemeindebibliothek Ermatingen bieten jetzt mit den «Bücher-Dates» diese kostenlose Möglichkeit an. Unkompliziert werden interessierte Leserinnen und Leser aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz miteinander vernetzt.

Luzia Stettler, langjährige SRF-Literaturredaktorin und heute freischaffende Moderatorin und Lese-Animatorin, hatte eine Vision: Wie könnte sie ihre Begeisterung für gewisse Bücher noch stärker unter die Leute bringen und im Austausch auch selber neue Perspektiven auf Stoffe gewinnen? So entstand die Idee der moderierten «Bücher-Dates» – ein Projekt, an dem sich grössere und kleinere Schweizer Bibliotheken gemeinsam beteiligen. Dank dieser breiten Abstützung können auch genügend Interessierte mobilisiert werden.

So treffen sich Nutzerinnen und Nutzer mit einem Bibliotheksausweis kostenlos zu bestimmten Terminen im Netz und diskutieren – unter der Leitung von Luzia Stettler – über einen bestimmten Titel. Spezielle Vorkenntnisse oder Voraussetzungen zum Mitmachen braucht es keine. Willkommen sind einfach neugierige Leute, die Lust haben am Meinungsaustausch über ein bestimmtes Buch. Denn Lesende wissen es: Literatur weckt die unterschiedlichsten Reaktionen, ein «falsch» oder «richtig» gibt es dabei nicht. Die Erfahrung im ersten «Bücher-Dates»-Halbjahr hat dies auch bestätigt, man war sich längst nicht in jeder Runde einig. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, und so sorgten oft gerade kontroverse Inhalte und Schreibstile für besonders spannende Auseinandersetzungen.

Nach einer erfolgreichen ersten Staffel von Januar bis Mai 2023 startet die zweite Auflage: Zwölf attraktive Romane und Erzählungen stehen für ein «Bücher-Date» bis Ende Jahr zur Verfügung. Sie werden in den genannten Bibliotheken prominent präsentiert und zur Ausleihe angeboten. Neben populären Büchern wie etwa «Die Affäre Alaska Sander» von Joel Dicker oder «Zur See» von Dörte Hansen schickt Luzia Stettler auch persönliche Perlen ins Rennen, wie zum Beispiel «Die Annonce» der Französin Marie-Hélène Lafon oder «Gschwind» des Schweizers Urs Mannhart.

Per QR-Code kann man online oder vor Ort am Handy eine kurze Audio-Empfehlung zu jedem Titel abhören und so seinen «Wunsch-Kandidaten» bzw. seine «Wunsch-Kandidatin» bestimmen. Die Anmeldung ist für Bibliothekskundinnen und -kunden kostenlos und erfolgt über die Website von Luzia Stettler. Es dürfen auch problemlos mehrere Dates pro Staffel gebucht werden. Jedes Buch hat zwei Termine, die Zahl der Plätze ist auf 14 Personen pro Runde beschränkt. Bei grosser Nachfrage werden Zusatztermine eingeräumt. In der letzten Staffel war dies zum Beispiel bei «Blutbuch» von Kim de l’Horizon der Fall.

Zeitnah vor jedem Austausch werden jeweils der Zoom-Link und ein Infoblatt mit Stichworten zur Lektüre verschickt. Dies als freiwillige Möglichkeit zum «geistigen Einturnen» auf das bevorstehende «Bücher-Date». Voraussetzungen für die Teilnahme in diesen Lesezirkeln gibt es keine. Nähere Informationen sind in den drei Bibliotheken, auf deren Websites oder über www.buchmensch.ch erhältlich.

tg.ch

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