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Abflauender Immobilienmarkt bei den Grundbuchämtern kaum spürbar

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Nach dem Rekordjahr 2021 wickelten die Grundbuchämter und Notariate auch im Jahr 2022 überdurchschnittlich viele Geschäfte ab. Der sich abflachende Handel mit Immobilien ist bei den Grundbuchämtern noch kaum spürbar. Die Notariate haben weiterhin sehr viele Erbfälle zu bearbeiten.

Nachdem die Grundbuchämter und Notariate im Kanton Thurgau im Jahr 2021 so viele Geschäfte in den Bereichen Grundstücks-, Gesellschafts-, Ehegüter- und Erbrecht abgewickelt hatten wie nie zuvor, ist im vergangenen Jahr die Geschäftslast wieder etwas zurückgegangen. Mit rund 14’500 öffentlichen Beurkundungen, mehr als 6’300 Beglaubigungen und knapp 22’000 Grundbucheintragungen lagen die Zahlen aber weiterhin auf hohem Niveau. 

Die Anzahl der Handänderungen von Grundstücken ist um rund 10 % zurückgegangen. Daraus ist erkennbar, dass der Immobilienhandel aufgrund der allgemeinen Konjunkturlage und der höheren Zinsen etwas abflacht. Die Grundbuchämter sind im Gegenzug aber mit deutlich komplexeren Geschäften, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Verdichtung im Baugebiet oder bei familieninternen Hausübertragungen, konfrontiert.  

Bei den Notariaten nimmt wegen der Einführung des revidierten Erbrechts die Nachfrage nach erbrechtlichen Beratungen markant zu. Dagegen sind die Auswirkungen des neuen Aktienrechtes und der Bedarf nach entsprechenden Statutenänderungen und anderen Anpassungen, die beurkundet werden müssen, noch nicht abschätzbar. Weiterhin sinkend ist die Nachfrage nach Vorsorgeaufträgen. 

Die Anzahl der Erbfälle, die durch die Notariate abzuwickeln sind, liegt mit über 3’300 eröffneten Dossiers rund 10 % über der Vor-Corona-Zeit. Auch in diesem Bereich werden die Arbeiten immer anspruchsvoller und die Fälle komplexer. Die Notariate müssen erkennen, dass die lebzeitigen Regelungen der Erblasserinnen und Erblasser zunehmend ungenügend sind und sowohl für die Erben wie auch die Behörden und Gerichte zu oft unnötige Umtriebe und viel Aufwand bedeuten. Um diesem Trend entgegenzuwirken wird den Einwohnerinnen und Einwohnern empfohlen, die Dienstleistungen der Notariate vermehrt in Anspruch zu nehmen und sich rechtzeitig beraten zu lassen.

Die Grundbuch- und Notariatsverwaltung geht davon aus, dass die Geschäftslast weiterhin hoch bleiben wird. Damit die Kundinnen und Kunden weiterhin gut und effizient bedient werden können, passen die fünf Abteilungen ihre Organisation laufend an die veränderten Verhältnisse an, und es werden weitere Schritte bei der Digitalisierung von Abläufen unternommen. Zudem wird sehr viel in die Ausbildung von Lernenden und die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. 

Die Gebühreneinnahmen der Grundbuchämter und Notariate sind im Jahr 2022 leicht, auf rund 30 Millionen Franken, zurückgegangen. Zudem veranlagten die Grundbuchämter Handänderungssteuern in der Höhe von rund 34 Millionen Franken.  
             

tg.ch
Foto: David Keller

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